Alles Zufall oder göttliche Planung?
Was ist der Ursprung von Welt und Mensch? Ist alles Zufall oder doch göttliche Planung? Woher kommt die Vielfalt, die uns in der Natur begegnet? Seit Menschengedenken haben sich Naturwissenschaftler, Philosophen und Theologen um Antworten auf diese essentiellen Fragen bemüht.
In dem Buch von Christian Austermann wird die Bedeutung der Evolutionstheorie für unser heutiges Weltbild in der Auseinandersetzung mit kontroversen Ideen dargestellt.
Für die Erklärung der Vielfalt in der Natur dominierte bis ins 19. Jahrhundert in Europa die Überzeugung, dass die Erde noch sehr jung sei und dass alles Leben von einem allmächtigen Schöpfer in seiner jetzigen Form erschaffen wurde. Diese Vorstellungen basierten in der christlichen Welt auf den wörtlich verstandenen Schöpfungsmythen der Bibel. Spätestens seit Charles Darwin 1859 sein bahnbrechendes Werk Die Entstehung der Arten veröffentlichte, geriet diese Erklärungshegemonie ins Wanken. Seitdem entzünden sich an der Evolutionstheorie zum Teil heftige Kontroversen, bei denen es meist nicht um das Für und Wider einer wissenschaftlichen Theorie geht, sondern um eine grundsätzliche weltanschauliche Auseinandersetzung. Von Atheisten wird die Evolutionstheorie instrumentalisiert, um Glauben und Religion allgemein als naiv und antiquiert zu diskreditieren. Im Gegenzug versuchen fundamental religiöse Gruppierungen in Darwin und der Evolutionstheorie ein Feindbild zu schaffen, um ihren Anhängern zu suggerieren, dass man ihnen die Grundlage ihres Weltverständnisses zerstören will.
Diese Arbeit will Anregungen zum Thema Evolution geben und Wege aufzeigen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Abgrenzung der Evolutionstheorie als naturwissenschaftliche Theorie vom Kreationismus, vor allem in seiner aktuellen Form, dem Intelligent Design.
Christian Austermann (2008). Die Evolutionstheorie im Spannungsfeld zwischen modernen Naturwissenschaften und religiösen Weltanschauungen. Marburg: Tectum Verlag. Reihe “Marburger Schriften zur Lehrerbildung”, Band 1. Herausgeber: Prof. Dr. Bernhard Dressler und Prof. Dr. Lothar A. Beck im Auftrag des Zentrums für Lehrerbildung (Quelle: idw).
Weiterer Buchtipp:
Klaus-Dieter Sedlacek (2008). Unsterbliches Bewusstsein: Raumzeit-Phänomene, Beweise und Visionen







Dieses Buch hat etwas geschafft, was mir in jahrzehntelanger Beschäftigung mit Evolutionsgegnern noch nie passiert ist: Mir ist die Spucke weggeblieben.
Den Satz (S. 109f):
Doch je massiver Religion durch kreationistische Anstrengungen in den Bereich der Wissenschaft einzudringen versucht, desto eingehender wird sich die Wissenschaft auch mit Religion befassen. So werden gängige, in der Gesellschaft verbreitete Klischees bedient und ein bereicherndes Nebeneinander von Wissenschaft und Religion erschwert.
musste ich mehrfach lesen, bis ich glauben konnte, was da steht.
Was kann dann an einem ‘Nebeneinander’ bereichernd sein? Vor allem, wenn dahinter die Furcht steht, dass sich die Naturwissenschaften auch mit Religion befassen könnten. Wäre dann nichts mehr mit dem Nebeneinander?
Ich habe in vielen Texten schon alles Mögliche über Gefahren gelesen, die der Wissenschaft durch Intelligent Design drohen könnten. Aber die Gefahr, die Herr Austermann sieht, war mir absolut neu. Der Burgfrieden zwischen einer Religion, die keine Aussagen über die Welt machen darf, und einer (Natur?)wissenschaft, die sich nicht um religiöse Inhalte kümmern sollte, könnte gestört werden.
Was für ein Gottesbild steckt wohl hinter einer derartigen ‘Religion’? Genauer: würde sich eine Welt ohne einen solchen ‘Gott’ von einer mit einem derartigen ‘Gott’ irgendwie unterscheiden? Muss sich wirklich erst die Wissenschaft dieser Trivialität befassen, bevor die Leere dieser ‘Religion’ deutlich wird?